Januar 15, 2021

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3

Genau das ist es, sagst du, du brauchst Leute in deinem Leben, die wollen, dass du für dich selbst, zu dir selbst besser bist, auch, wenn sie nichts davon haben. Du denkst an Frau N zurück und Herrn C. An all die kleinen Sätze, die du schon immer über dich geschrieben hast, an die Dinge, an denen du arbeitest und arbeiten willst. Wie du immer gebrannt hast und es selten andere sahen, das Nicht-Wissen um Zeit und ihr fehlendes Fassen-Können.

Sie haben die Charité abgesperrt, ein Mobilzaun, bewacht, der all das so wirken lässt, als wäre es mehr Baugebiet als Klinikgelände. Du denkst an die Schneisen, auf denen du sonst gestanden hast, auf die du geschaut hast. Kunst am und im Bau. Radiologie, Präsentationsräume voller Büsten von Mediziner:innen, ich und du in gespiegelter typographischer Form. Kurze Wege, trotzdem Labyrinthe, Hogwarts. Charité heißt Barmherzigkeit.

Sharon Van Etten - I Don't Want to Let You Down

Dev & Scan: Foto Labor Service Görner, Dresden
Film: Kodak UltraMax 400

Bibliographie:

Adams, R. (2021, January 7). University College London Apologises For Role In Promoting Eugenics. The Guardian. https://www.theguardian.com/education/2021/jan/07/university-college-london-apologises-for-role-in-promoting-eugenics
Criado Perez, C. (2019, June 21). Yentl Syndrome: A Deadly Data Bias Against Women. Longreads. https://longreads.com/2019/06/21/yentl-syndrome-a-deadly-data-bias-against-women/
Levitin, D. (2019). This Is Your Brain on Music: Understanding a Human Obsession. Penguin Random House UK.
Sedgwick, J. A., Merwood, A., & Asherson, P. (2019). The positive aspects of attention deficit hyperactivity disorder: a qualitative investigation of successful adults with ADHD. ADHD Atten Def Hyp Disord11(3), 241–253. https://doi.org/10.1007/s12402-018-0277-6

Januar 8, 2021

210108

2

Vom Organisieren des Lebens um einzelne Begebenheiten herum, vom Entwickeln von Strategien, die alles zusammenhalten. Wie es dann Dinge gibt, die erarbeitete Gleichgewichte aus der Balance bringen.
Wie die alte Briefwaage der Großmutter von der Hebelwirkung erzählte. Und wie du dich fragst, ob du wieder- und weitersehen wirst. Wie die Türen offen stehen, wie die Zeit vergeht.

Widowspeak - The Good Ones

Dev & Scan: Foto Labor Service Görner, Dresden
Film: Kodak UltraMax 400

Januar 1, 2021

210101

1

Darum geht es: etwas nicht nur für das Jetzt sondern vor allem für das Später machen.

Fleet Foxes - Can I Believe You

Dev & Scan: Foto Labor Service Görner, Dresden
Film: Kodak UltraMax 400

Bibliographie:

Elliott, J., Johnston, A., Husereau, D., Kelly, S. E., Eagles, C., Charach, A., Hsieh, S.-C., Bai, Z., Hossain, A., & Skidmore, B. (2020). Pharmacologic treatment of attention deficit hyperactivity disorder in adults: A systematic review and network meta-analysis. PLoS ONE15(10), e0240584. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0240584
Film Supply Club. (2020, November 13). Tyler Shields Interview // Intentionality With Photography. YouTube. https://youtu.be/Uizuh5S3bVE
Gordon-Levitt, J., & TED. (2019, September 12). How Craving Attention Makes You Less Creative | Joseph Gordon-Levitt. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=3VTsIju1dLI
Honigsbaum, M. (2018, October 25). Why The 1918 Spanish Flu Defied Both Memory And Imagination. Wellcome Collection. https://wellcomecollection.org/articles/W7TfGRAAAP5F0eKS
Li, T., Franke, B., AriasVasquez, A., & Mota, N. R. (2020). Mapping relationships between ADHD, genetic liability, stressful life events, and ADHD symptoms in healthy adults. Am J Med Genethttps://doi.org/10.1002/ajmg.b.32828
Myronuk, L. D. S., Weiss, M., & Cotter, L. (1996). Combined Treatment With Moclobemide and Methylphenidate for Comorbid Major Depression and Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Journal of Clinical Psychopharmacology16(6), 468–469. https://doi.org/10.1097/00004714-199612000-00018
Nesse, R. M. (2020). Good Reasons for Bad Feelings: Insights from the Frontier of Evolutionary Psychiatry. Penguin Random House UK.
Skloot, R. (2019). The Immortal Life of Henrietta Lacks (Picador Classic). Picador Classic.
Windsor, J. (2019, October 28). Wabi-sabi: When BAD PHOTOS Are BETTER. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=gyCumQ78ZoI

Dezember 27, 2020

From the Archives 003

Neujahrsnächte 2012 & 2013.

Dezember 22, 2020

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Seit 2010 alljährlich: und da erst war mir aufgefallen, dass wir gerade die längste Nacht des Jahres überstanden hatten.

The British Expeditionary Force - All Those Demons

Dev & Scan: Foto Labor Service Görner, Dresden
(2007 abgelaufener gecrosster Fujichrome Provia 400F RHP III)

Dezember 19, 2020

From the Archives 002

Bunte Republik Neustadt, gegenüber.
Dresden, Juni 2011.

Haiou Seagull 4A, Ilford HP5 Plus 400.

Dezember 17, 2020

From the Archives 001

Strangers.
New York City, Mai 2012.

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Dezember 15, 2020

201215

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Rationalisieren und Substantivieren als großes Gespann. Du hättest das früher früher erwartet, hättest auf etwas zyklischeres spekuliert, ähnlich Jahreszeiten, hättest eventuell sogar den gleichen Zeitrahmen erfürchtet. Das Befürchten war immer irgendwo im Hinterkopf, zuletzt sehr klein. Gewundert hast du dich beinahe schon, dass du bis zum Ende des Novembers gut durchgekommen bist. Irgendjemand sagte - du weißt nicht mehr wer - Resilienz kommt von positiven Beziehungen; du nickst deswegen immer wieder. Genau deshalb pflegt man seine engsten Netze, schützt sie ähnlich gut wie die Haut im Auge.

Dann die Erkenntnis: du kommst nicht an dich heran. Du fühlst dich in Stimmungen, versuchst es, artikulierst es gelegentlich dir selbst gegenüber. Es schlägt sich Bahn, die Knochen in deiner Schulter und Halswirbelsäule knacken gelegentlich, das Rumpeln muss doch kilometerweit zu spüren sein. Die innere Richterskala, du siehst anderen dabei zu, wie sie die Sprache nicht finden. Du stehst gerade zwischen Gedanke und Gefühl und versuchst, die eine Augenbraue nicht hochzuziehen. 

Liz Lawrence - None of My Friends

Die eine weiße Strähne legt sich halb über dein Gesicht, als hätte sie etwas, was sie dringend erzählen wollte. Dann die Augen, immer noch grün.

Das Beginnen zu Erzählen von dem, was ist. Generell, es ist was es ist, was du daraus machst.

Du spürst dich hinein in den Druck, den dein Mantel auf deinen Po ausübt, wie er über den Rücken fällt, wie deine Schultern tragen, wie das Gewicht des Mantels vorher in deiner Hand lag. Eigentlich wolltest du länger in der Sonne spazierengehen; Müdigkeit beiseite schieben, aber erst hat es geregnet, dann war es beinahe schon dunkel.
Frühlingskinder, seit September das Warten auf den März, jedes Jahr das Sich-Fragen wie die dunkle Jahreszeit zu überstehen ist; du liebst das Licht aber besonders im Winter. Dir fehlt Berührung.

Immer und immer wieder beschreiben was ist. Immer und immer wieder den Duktus suchen, der zweite Haut sein könnte. Immer und immer wieder fragen, was hätte sein können. Vermutlich sammeln sich auch da, auf der zweiten Haut und im Konjunktiv, schnell blaue Flecke. Mit den meisten kannst du leben.

Isola Music - Splinter (feat. Insa Rudolph)

Dev & Scan: Foto Labor Service Görner, Dresden

Bibliographie:

Bausenhardt, J. (2019, October 24). Why I Quit Social Media - My Advice For Artists And Creatives. YouTube. https://youtu.be/31yF8eJJ8z0
Cinema Therapy. (2020, August 21). ARAGORN Vs. Toxic Masculinity. YouTube. https://youtu.be/pv_KAnY5XNQ
Cover, R. (2012). Performing and undoing identity online: Social networking, identity theories and the incompatibility of online profiles and friendship regimes. Convergence18(2), 177–193. https://doi.org/10.1177/1354856511433684
Die Heimreise - Auf Der Suche Nach Der Vergangenheit | Doku & Reportage | NDR. (2020, November 24). YouTube. https://youtu.be/Oq-tvCoscN0
Duhigg, C. (2020, November 23). How Venture Capitalists Are Deforming Capitalism. The New Yorker. https://www.newyorker.com/magazine/2020/11/30/how-venture-capitalists-are-deforming-capitalism
Exley, H. (2020, November 20). We Need To Talk About Grind Culture In The Illustration Industry. YouTube. https://youtu.be/Opo755EKQH4
Harris, J., Domokos, J., & The Guardian. (2020, December 4). Tiers, Fears And What We Lost In Lockdown | Anywhere But Westminster. YouTube. https://youtu.be/P7sIqzr9Nic
Odell, J. (2019). How to do Nothing. Resisting the Attention Economy. Melville House.
Schulz, O., & NDR. (2019, December 6). Olli Schulz Im Seniorenheim: Kümmelschnaps Aufs Leben | Die Geschichte Eines Abends | NDR Doku. YouTube. https://youtu.be/-KK5aPQ3XKw
Struthless. (2020, December 1). Imposter Syndrome: Why You Have It & How To Overcome It. YouTube. https://youtu.be/VHkfEoc-3mk
The Studio Rats. (2020). Interview With Touring Musician Jack Duxbury. https://itunes.apple.com/podcast/id1463539023
Trash Theory. (2020, September 18). Before Loveless: How Shoegaze Became Shoegaze. YouTube. https://youtu.be/7XFB4gl1Iok
Tweedy, J. (2020). How to Write One Song. Faber & Faber.
van der Kolk, B. (2015). The Body Keeps the Score. Mind, Brain, and Body in the Transformation of Trauma. Penguin Books Ltd.

November 22, 2020

201122

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Das nehmen, was man hat, kann und will und darauf aufbauen. Sich schreiben in den Zustand, in dem man sein will, egal, ob man sich traut, sich selbst Schriftsteller zu nennen oder Künstler. Ändert sich etwas an dem, was du machst, abhängig von dem, mit dem du arbeitest? Brauchst du den speziellen Tastenhub, braucht es eine ganz bestimmte Haptik, einen gewissen Klang, Widerstand? Woher kommt all das Repetitive - zumindest hier - das vermeintliche Beiwerk, das auch als Hauptwerk durchgehen kann?

Sich fragen, warum es so oft so viel leichter war, an und mit etwas Mechanischem zu arbeiten, warum die Hand langsamer war als der Kopf. In die Schreibmaschinen gehämmert, die du von Freundinnen deiner Großmutter bekamst sowie von ihr selbst. Schneller und besser als das, was du gewährleisten konntest mit Tinte in Bögen und kleinen Kringeln, die du definitiv so nicht in der Schule gelernt hast zu schreiben. Dann der Sprung von der komplett maschinellen zur elektrischen Seite, die sogar dann weiterschreiben wird, wenn deine Gedanken zwei Sätze oder Zeilen weiter sind als ihr mechanischer Arm. Oder eben ihr elektrischer. Früher sich oft denken, dass die Nachbarn dich wirklich arg hassen müssen.
Du hast dich in die U-Bahnhöfe gesetzt und beobachtet: um Sprache zu vereinfachen oder zumindest das, was du siehst, auf dich wirken lässt, in einfachere Worte zu packen. Heute siehst du, wie Menschen die Worte wieder verdrehen, vielleicht war das immer so, womöglich hast du es vorher nicht so gesehen oder gelesen oder die Videos der Leute waren schlichtweg nicht so sehr in deinem Gesicht wie sie es nun sind.

Sich also wieder die Ruhe nehmen sich hinzusetzen, sich trauen zu beobachten, erstmal ohne jegliche Form der Bewertung etwas passieren zu lassen. Ohne jegliche Form der Bewertung zu schreiben, die Worte in Schubladen packen, auf Seiten schreiben, die du ein paar Monate sein lassen kannst, die irgendwann wieder wollen, wenn du genau weißt, wann dieses "irgendwann" ist. Eben, weil sie wieder zurück in dein Gedächtnis kommen, egal auf welche Art und Weise auch immer. Ein Zurückdenken an den Professor an der UdK, wie man sich auf und in den Gängen begegnen konnte ohne sich zu kennen und wie man doch viel voneinander wusste, schlichtweg, weil es Brotkrumen gibt, die der jeweils andere mal zufällig gefunden hat. Egal wo.
Sich daran abarbeiten, wie es sich mit Impostor Syndrome anfühlt vor anderen zu zeichnen oder zu schreiben, schlichtweg kreativ zu sein oder Kreativprozesse offenzulegen ohne Gewähr, dass am Ende auch wirklich etwas draus wird. Wie andere Menschen, die selbst nicht in die Position kommen, exakt dies zu tun (vor anderen, teilweise vor Fremden, in einem halbgeschützten Raum), oftmals ungefragt eine Wertung abgeben, die es zu einem frühen Zeitpunkt im Schaffen einfach nicht braucht, hat etwas von dem, was Brené Brown mit der Arena-Analogie beschrieb. Es ist immer leichter von außen drauf zu schauen, zu denken, man kann etwas einschätzen, obwohl man in Wahrheit gerade einem Prozess zusieht, der sich noch über Stunden, Tage, Wochen oder viel länger ziehen kann.

Das Erwähnen des Egos (Tweedy, 2020), die Frage, wie man es verschwinden lassen kann. Das Ausschalten des inneren Kritikers oder all der anderen Stimmen, die sich über die Jahre haben ansammeln können. Just write, you can always revise later.
Wie ist es also mit dem Springen zwischen den einzelnen Versionen der Kreativität? Wie sehr stehen sie in Relation zueinander? Wie sehr sammelst du Dinge, die du später in einer Serie zu etwas verarbeitest, das es vorher noch nicht so gegeben hat, mindestens nicht in dieser Form? Du nimmst dir Urlaub von den Sachbüchern, die sich mit Pathologie, Tod und kollektivem Gedächtnis, alternativ kollektivem Vergessen, beschäftigen. Du wünschst dir gelegentlich etwas, was deine Gedanken zu transkribieren vermag, in einer Art, auf die nur du zugreifen kannst. Eine, die es dir deutlich leichter machen würde, all das, was in den Momenten, über die Tweedy schreibt, wenn er vom Prozess und dem Verschwinden in Kombination mit dem ausgeschalteten Ego erzählt, in deinem Kopf relativ klar und teilweise sehr geordnet in Strängen von einer Art Decke hängt, aufzuschreiben. Du musst nur an einem dieser Stränge ziehen können, schon kommt der nächste Satz. Eventuell ist das auch dieser Flow, von dem Mihaly Csikszentmihalyi schrieb, den du selbst kennst aus Begebenheiten, die eine Mischung aus Flow, Routine, richtiger Stimmung, harter Arbeit und Zeit darstellen.

All weather is process.

Nochmal: gibt es einen Unterschied zwischen den einzelnen Medien? Sind andere, Zuschauer, nachgiebiger, wenn es sich um Musik handelt? Entschuldigen sie eine vermeintlich falsch gesetzte Linie mehr als ein fast schon viel zu wuchtig in den Satz gelegtes Wort? Wie sehr verzeihst du dir, dass du zu Beginn noch gar nicht so weit sein kannst wie die, mit deren Werk du dich jetzt schon vergleichst? Nimmst du es als Motivation, als Ansporn, siehst du einen Weg zu dem Level an Können, der dir durchaus Vorbild sein sollte? Trennst du Person und Werk, geht das überhaupt? Welche überromantisierte Vorstellung hast du von der Arbeitsweise dieser Künstler und Künstlerinnen? Welche von dir?
Wie siehst du dir beim Arbeiten zu? Siehst du Lernen, Recherchieren, Ausprobieren als die "Arbeit" an, die es auch ist und wertzuschätzen gilt? Wieso bist du mit anderen Menschen wohlwollender, verzeihender, antreibender als dir selbst gegenüber?
Wie sehr bist du dem Narrativ des "natürlichen Talents ohne jegliche zusätzliche Form von Übung, Praxis, Verbesserung" aufgesessen? Inspiration is rarely the first step, schreibt Tweedy (Tweedy, 2020, S. 19), [it] has to be invited. Die eigene Version von Inspiration in einem Prozess, einer Struktur, oder wie es Herrndorf bezeichnenderweise seinem Blog (und damit seinem posthum veröffentlichten Buch, das aus den Einträgen seines Blogs besteht) als Titel gab: Arbeit und Struktur, verzeichnen, verorten, einordnen. Wenn es aus dem Nichts kommt, fühlt sich Inspiration durchaus auch an wie ein Zwang, jetzt, genau jetzt, ganz dringend den Weg zum nächsten Stift, der nächsten Kamera zu finden, jetzt, genau jetzt, damit zu arbeiten und das Gefühl, man wäre gerade auf einen überlaufenden Kelch voller Ideen gestoßen und darf nichts anderes mehr tun als sich mit eben diesem zu beschäftigen, bis nichts mehr überläuft. An anderen Tagen ist es, als würde ein massiver, noch nicht zerbröckelter Backstein den Kopf treffen, eine Art Wink mit dem Baumstamm.

Wenn da also mindestens ein Mal diese Erfahrung war, scheinbar aufgetaucht aus dem Nichts, wie der möchtest du es selbst, von alleine, wieder schaffen, dass dieses erneut, wie aus dem Nichts, auftaucht? Ist es Stolz auf und wegen Arbeiten, die du im Nachhinein verklärt hast als Blitz der Inspiration und die du nie als das betrachtet hast, was sie sind: die Folge eines kontinuierlichen Prozesses des Lernens, von Anstrengung, Zeitinvestition (Zeit, die andere eventuell stattdessen mit ihren Freunden, ihrem Sozialleben verbracht haben)? Findet sich die Möglichkeit eines Spagats zwischen diesem wohlig eindringlichen Gefühl und der Übung, Wiederholung, die die eigenen Fähigkeiten ausmachen? Wie sehr muss der Kopf drin sein, wie sehr sollte er ausgeschaltet sein?

Kurzum: du hast keinerlei Ambitionen, Songs zu schreiben, du ziehst stattdessen Tips für deine eigene künstlerische Praxis daraus. Du willst wieder in die Gewohnheit kommen, jeden Tag eine gewisse Zeit für deine Arbeiten beiseite zu legen, aus dieser kommt der Fortschritt. Und nächstes Mal wird's dann auch wieder etwas weniger verkopft.

Nap Eyes - Mystery Calling

Dev & Scan: Foto Labor Service Görner, Dresden

Bibliographie:

A THING BY. (2020, April 23). David Quammen On Why Coronavirus Is The By-product Of Human Behavior (Spillover). YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=pFIqVsYa4vA
Barry, J. M. (2018). The Great Influenza. The Story of the Deadliest Pandemic in History. Penguin.
Dahm, R. (2008). Discovering DNA: Friedrich Miescher and the early years of nucleic acid research. Hum Genet122(6), 565–581. https://doi.org/10.1007/s00439-007-0433-0
Honigsbaum, M. (2013). Regulating the 1918–19 Pandemic: Flu, Stoicism and the Northcliffe Press. Med. Hist.57(2), 165–185. https://doi.org/10.1017/mdh.2012.101
Lamm, E., Harman, O., & Veigl, S. J. (2020). Before Watson and Crick in 1953 Came Friedrich Miescher in 1869. Genetics215(2), 291–296. https://doi.org/10.1534/genetics.120.303195
Quammen, D. (2013). Spillover. Vintage Books.
Veigl, S. J., Harman, O., & Lamm, E. (2020). Friedrich Miescher’s Discovery in the Historiography of Genetics: From Contamination to Confusion, from Nuclein to DNA. J Hist Biol53(3), 451–484. https://doi.org/10.1007/s10739-020-09608-3

Oktober 31, 2020

201031

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Ein Satz von vor Jahren und wie du wieder so schreiben willst, dass es dich selbst nach langem Liegen von Texten in der Schublade inspiriert. Früher immer die Zeit vergessen, nicht, weil etwas wichtiger war, eher weil ich nicht wusste, wie lang Zeit ist.Link

Ein immer und immer und immer wieder, nicht von vorn, aber eben immer wieder. Dir schwappt wiederholt etwas Unerwartetes entgegen, etwas, das in dir eine Reflexion in Gang setzt, die bedeutet, dass es gut ist, was vergangen in einer Zeit liegt, in die du dich nicht mehr hineinarbeiten, hineindenken, hineinleben musst. Über alles, was dir passiert, darfst du schreiben sagen die einen, du selbst schränkst das ein. Alles, was du denkst zu dem, was dir passiert, das, was du fühlst wegen genau diesem. Die Geschichten der Anderen sind nicht solche, die du erzählen solltest, wenn sie nicht davon und darum wissen. Über sie schreibst du natürlich auf eine Art, verklausuliert, wie du es seit Jahren schon machst.

Es ist so, als müsste nur mit der Zunge geschnalzt werden und Dinge ändern sich. Du starrst auf einen Bildschirm mit einem Stück Brandenburger Brache, Nebel und Nieselregen und hältst dich mit der einen Hand an der angeschalteten Heizung rechts von dir fest. Dieser Raum ist beinahe ein perfekter Würfel und die Fenster stellen die Seite, die sonst mit zwei gegenüberliegenden Punkten vermerkt ist. Der Herbst fällt anders in die Stadt ein, an anderen Stellen ebenfalls etwas, das an Kampfrhetorik erinnert. Du bist weich geblieben, cremst dir die Haut mittlerweile etwas öfter ein, rutschst dafür nicht mehr in der Badewanne aus.
Also schnalzt du nicht mit der Zunge, gräbst stattdessen tief in Kirchenbüchern, bist bei einem Zweig deiner Vorfahren bei der sechsten Generation angekommen. Wie sich manche komplett finden lassen können und andere wie verschwunden sind.
Danach die Schönheit des Gehirns und die unterschiedlich aktivierten Bereiche bei verschiedenen Kreativitätsformen. Du hörst MRT-Sounds zur Entspannung.

Ólafur Arnalds - Tunglið

Dev & Scan: Foto Labor Service Görner, Dresden

Bibliographie:

Adams, T. (2020, October 25). John Gray: ‘What Can We Learn From Cats? Don’t Live In An Imagined Future.’ The Guardian. https://www.theguardian.com/books/2020/oct/25/john-gray-what-can-we-learn-from-cats-dont-live-in-an-imagined-future
Chen, Q., Beaty, R. E., Cui, Z., Sun, J., He, H., Zhuang, K., Ren, Z., Liu, G., & Qiu, J. (2019). Brain hemispheric involvement in visuospatial and verbal divergent thinking. NeuroImage202, 116065. https://doi.org/10.1016/j.neuroimage.2019.116065
Chen, Q., Beaty, R. E., & Qiu, J. (2020). Mapping the artistic brain: Common and distinct neural activations associated with musical, drawing, and literary creativity. Hum Brain Mapp41(12), 3403–3419. https://doi.org/10.1002/hbm.25025
Christophel, T. B., Klink, P. C., Spitzer, B., Roelfsema, P. R., & Haynes, J.-D. (2017). The Distributed Nature of Working Memory. Trends in Cognitive Sciences21(2), 111–124. https://doi.org/10.1016/j.tics.2016.12.007
Fox, K. C., & Beaty, R. E. (2019). Mind-wandering as creative thinking: neural, psychological, and theoretical considerations. Current Opinion in Behavioral Sciences27, 123–130. https://doi.org/10.1016/j.cobeha.2018.10.009
Perchtold-Stefan, C. M., Fink, A., Rominger, C., & Papousek, I. (2020). Motivational Factors in the Typical Display of Humor and Creative Potential: The Case of Malevolent Creativity. Front. Psychol.11https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.01213
Sorati, M., & Behne, D. M. (2020). Audiovisual Modulation in Music Perception for Musicians and Non-musicians. Front. Psychol.11https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.01094
Strength In Stubbornness: A 2020 Nobel Winner Reflects On Her Career. (n.d.). Retrieved October 25, 2020, from https://www.nationalgeographic.com/science/2020/10/interview-jennifer-doudna-winner-of-nobel-prize-in-chemistry/
struthless. (2020, October 27). Self Sabotage: Why You Do It & How To Overcome It. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=4Ns96WM7C78
Woodruff, M. C., Ramonell, R. P., Lee, F. E.-H., & Sanz, I. (n.d.). Broadly-targeted autoreactivity is common in severe SARS-CoV-2 Infectionhttps://doi.org/10.1101/2020.10.21.20216192

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